Worte an die Gemeinde

Andacht

Denn siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. (Matthäus 28, 20)

Liebe Gemeinde,

was fĂĽr einen wunderbaren und aufregenden FrĂĽhling und Sommer haben wir hinter uns!
Es war heiĂź und sonnig, eigentlich seit Mai. An den wenigen Tagen, an denen der Regen
kam, haben wir erleichtert aufgeatmet. Und dass die Tage lang waren, das hat uns gefreut.
Wir konnten abends im Garten oder Biergarten noch lange drauĂźen sitzen und den Tag
ausklingen lassen. Oder wir sind einfach noch einmal baden gegangen in der Havel oder im
Spektesee. Auch tolle Feste haben wir gefeiert: Ostern – Familiengottesdienst, Himmelfahrt
draußen, Pfingstmontag ökumenisch mit St. Markus, dann Konfirmation mit Paul-Gerhardt
und letzter Gottesdienst in Jeremia. Und natürlich der alljährliche kreiskirchliche
Sommergottesdienst! Und immer hatten wir Superwetter! Und schöne Musik! Zu den
Gottesdiensten, aber auch in der Passionszeit und natĂĽrlich zur Nacht der offenen Kirchen
am Pfingstsonntag! Doch es waren auch anstrengende Tage, Wochen und Monate. Nicht nur wegen der Wärme, sondern vor allem wegen des Umzugs von Kita und Gemeinde nach Zuflucht und wegen des Baubeginns in Jeremia. Da waren schon alle aufgeregt, Haupt- und Ehrenamtliche, aber auch viele andere Gemeindeglieder. Ob das alles gut geht? – „Das Leben ist Veränderung“, habe ich immer geantwortet. „Also, habt keine Angst. Wir schaffen das.“ „Das hat schon einmal jemand gesagt…, und dann???“, hörte ich das Unken. Und doch, wir haben es geschafft!

Herzlichen Dank an alle Menschen, die den Umzug vorbereitet, mitgestaltet und wie auch
immer dabei geholfen haben. Ja, wir sind jetzt in Zuflucht. Und wir mĂĽssen uns da alle
einschränken. Aber es ist auch eine Chance für unsere Gemeinde, enger zusammenzu-
wachsen! Sicher wird es noch eine Zeit brauchen, bis wir uns dort alle eingelebt haben. Aber die groĂźe HĂĽrde ist genommen auf einem neuen, spannenden Weg!
Jetzt können wir wieder etwas durchatmen. Spätsommer ist Entspannung pur. Und dann der Herbst. Er kann auch schön werden. Sonniger Oktober. Die Bäume wechseln ihr Kleid von grün auf rot, gelb und orange. Wir feiern Erntedank mit den Kitas und Reformationstag mit Paul-Gerhardt. Und dann gleiten wir in die besinnlichere Zeit. Bußtag, Volkstrauertag,
Ewigkeitssonntag. Die Tage werden wieder kürzer, nasser und kälter. Der Novemberblues. Erkommt oft unverhofft. Er gehört aber eben auch dazu. Zeit, sich ein heißes Bad zu nehmen. Zeit, eine Kerze anzuzünden und sich in eine warme Decke auf der Couch einzu-mummeln. Zeit, abzuwarten, eine Tasse Tee zu trinken und auf das Jahr zurück-zublicken. Allein, oder mit seinen Liebsten. Was ist gut gelaufen? Was nicht so gut? Wen haben wir im Leben verloren? Wen dazu gewonnen? Zeit, inne zu halten und hoffnungsvoll in Richtung Advents- und Weihnachtszeit zu blicken. Zeit für uns, das alles zu tun in einer Gewissheit: In der Gewissheit, dass es Gott ist, der uns das ganze Jahr getragen hat, der uns auffängt im Hier und Jetzt und der uns stärken wird in der Zeit, die vor uns liegt.

Einen schönen Herbst und Gottes Segen wünscht Ihnen,
Ihre Pfarrerin Axinia Schönfeld 

(aus Gemeindebrief September-November 2019)


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