Andacht zur Jahreslosung 2026 – Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

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Liebe Gemeinde!

„Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5), das verspricht uns Gott mit der Jahreslosung 2026. Ein neues Jahr ist ja so wie eine große Überraschungsbox. Und als neuer Pfarrer in Ihrer Gemeinde frage ich mich: Was wird es bringen, das neue Jahr? Wie wird es sein in der neuen Gemeinde? Welche neuen Menschen werde ich kennenlernen? Was werden wir Neues erleben in unserer Kirche? Was will Neues wachsen in unseren Gemeinden im Falkenhagener Feld? Und was will Neues wachsen in mir, ganz persönlich?

Die Freude auf das Neue motiviert mich.

Aber mit manchem Wechsel sind auch Ängste verbunden. Was wird bleiben von dem, was bisher gewachsen ist? Wie wird es sein, wenn jetzt nur noch ein Pfarrer für die beiden Gemeinden im Falkenhagener Feld zuständig ist? Wie geht es weiter mit der Situation in unserer Landeskirche bei immer weniger werdenden hauptamtlichen Personal? Und auch die politische und soziale Lage in der Welt und in unserem Land kann uns Angst machen angesichts der wachsenden Anzahl von Menschen, die auf autoritäre Politiker vertrauen anstatt auf menschliche Werte. Was kann uns Hoffnung geben in solch einer Situation? Hoffnung, nicht zu resignieren?

Ein Blick in den historischen Zusammenhang der Entstehung der diesjährigen Jahreslosung aus der Bibel kann dabei helfen. Denn die Offenbarung des Johannes wurde ursprünglich als Trostbuch geschrieben. Sie sollte die im Römischen Kaiserreich verfolgten Christen ermutigen, an ihrem Glauben festzuhalten. Die genaue Datierung der Entstehung der Johannesoffenbarung schwankt dabei zwischen den Jahren 90 bis 138 n. Chr. Für den Glauben ist die Jahreszahl der Entstehung aber unerheblich, da das Buch selbst keinen Aufschluss darüber gibt. Viel mehr sagt uns ein Blick auf die Situation der Gemeinden in Kleinasien, an die der Seher Johannes seine Schrift richtet. Ihre Situation ist geprägt von Ängsten, sozialen Unsicherheiten, politischen und religiösen Verfolgungen von einem autoritär regierenden Kaiser, der sogar göttliche Autorität für sich beansprucht.

Die Parallelen zu den Despoten unserer Zeit sind erschütternd.

Doch inmitten dieser Situation sozialer Kälte schreibt Johannes sein Sendschreiben an die bedrängten Christen. Sie wird nicht ewig währen, die Macht der Despoten! Gott wird Himmel und Erde neu machen und Gott selbst wird unter den Menschen wohnen, das ist das Versprechen, das Gott uns gibt mit der Verheißung „Siehe, ich mach alles neu!“ (Offb. 21,1 u. 3).

Dass das nicht unmöglich ist, dass die Göttliche Macht der Liebe die Mauern des Hasses und der Gewalt besiegen kann, das haben wir 1989/90 in unserem Land gesehen. Damals, als Menschen mit Kerzen in den Händen auf die Straße gegangen sind und Friedensgebete im ganzen Land zum Fall der Mauer geführt haben.

Dieses Jahr durfte ich zur Friedensdekade in meinen bisherigen Gemeinden eine ähnliche Erfahrung machen. Es kamen mehr Menschen als sonst, ein Zeichen der Hoffnung. Und ich bin mir sicher, auch in unseren Gemeinden im Falkenhagener Feld wird um Frieden gebetet, den wir Menschen und die Welt so sehr nötig haben.

Das Gebet verändert uns Menschen, sogar wissenschaftliche Studien zeigen, dass Gebet Stress reduziert und die Menschen friedvoller, glücklicher und zufriedener macht. Das ist natürlich kein Automatismus. Wenn wir uns aber von Jesus Christus und seiner Liebe leiten lassen, dann führt Gebet immer zur Gottes- und Nächstenliebe. Zu einem neuen Geist, den wir alle brauchen!

Ihr Pfarrer Vinzent Dirzus